Nela

Cornelia Hein

Ich wollte so werden, wie ich wusste, dass ich bin

Geboren wurde ich am 22.03.1984 in Starnberg. In meiner Kindheit gab es einige traumatische Einschnitte. Im Alter von 12 Jahren erkrankte ich dann für viele Jahre schwer. Ich konnte keine Schule mehr besuchen und wartete viele Jahre isoliert und einsam auf Besserung und „auf das wirkliche Leben“.

Gerade dieses vermeintlich schwere Schicksal war es, das mich erkennen ließ, wie viel Lebendigkeit in mir wohnt. Ich begann ganz allein Fähigkeiten und Talente zu schulen, die ich heute „Seelenbilder“ nenne und die rückblickend meine Heilung bedeuteten. Wenn nichts anderes frei ist, außer die Fantasie, wird man Meister der Individualität und Kreativität. Man definiert sich nicht mehr über das, was man tut, sondern darüber, wer man ist.

Als es mir besser ging, bewarb ich mich bei Design- und Werbeagenturen. Für meinen Werdegang (und die fehlende Schulbildung) interessierte sich niemand. Mit 22 war ich bereits Creative Director. Ich wollte aber nicht dauerhaft für andere arbeiten, sondern meine eigenen Ideen umsetzen. So machte ich mich bereits ein Jahr später selbständig. Persönliche Krisen bearbeitete ich nach wie vor mit meinen „Seelenbildern“. Immer mal wieder besuchte ich Seminare über Kunst-, Bibilio- und systemische Therapie, deren Techniken ich zwar zum Teil übernahm, aber deren Grundgedanke mir widerstrebte. Ich war aus eigener Erfahrung überzeugt davon, dass jeder sich selbst helfen kann. Die Vorstellung, einen Lehrer, Coach oder Therapeuten zu brauchen, um weiterzukommen, war für mich paradox. Ich war (und bin) sicher, dass jeder Lebenskünstler ist, und dadurch selbst die Dinge verändern kann.

Einige Jahre später wurde mir schließlich durch meine und andere Kinder bewusst, dass die Bilder und Lebensausfassungen, die ich als Kind hatte und die ich mir (durch Krankheit und Isolation) bis ins Erwachsenenalter bewahren konnte, alle Kinder haben. Sie vergessen sie nur oder erachten sie nicht als wichtig. Als Erwachsene mag der Zugang dazu dann verschüttet sein, die Seelenbilder aber verschwinden nie.

Meine Söhne ermutigten mich schließlich, meine Erfahrungen und Erkenntnisse weiterzugeben.

So entstand cre8th. Inzwischen haben wir gemeinsam viele Übungen für Zuhause entwickelt, kreative Spiele, Papeterie-Produkte und ein Magazin, das Kinder selbst gestalten – das KINDAmag. Wir haben optimiert, ausprobiert und weiterentwickelt und möchten nun endlich mit unserer Kollektion und unserem Kursprogramm  an die Öffentlichkeit treten.

Bis heute habe ich mich geweigert, die versäumten Schuljahre oder gar einen Abschluss nachzuholen. Ich sehe die Tatsache, zur „bildungsfernen Schicht“ zu gehören, als mein größtes Privileg an und mich selbst als lebenden Beweis dafür, dass man könen wird, was man können muss. Ich möchte Mutmacher sein, für all die, die an sich selbst zweifeln und die wenig Wertschätzung und Anerkenung für ihre Talente bekommen.
Ich möchte erklären, warum Weisheit wichtiger als Wissen ist.

Wir brauchen dringend eine neue Definition von Bildung. Der Begriff verrät bereits, worum es geht: Um Bilder. Sie zu fördern und damit emotionale Intelligenz Realität werden zu lassen, ist mein Ziel.